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| Startseite > Online-Magazin > Farben > Aquarellmalerei |

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Ein historischer Überblick Spuren aquarellartiger Techniken in Form von Wand- und Miniaturmalerei finden sich bereits bei den frühen Hochkulturen des östlichen Mittelmeerraums. Später taucht die Wasserfarbenmalerei als Kolorierungstechnik in der mittelalterlichen Buchmalerei und bei Holzschnitten aus dem 15. und 16. Jahrhundert wieder auf. Als früher Vorläufer der im 18. Jahrhundert einsetzenden neuzeitlichen Aquarellmalerei kann Albrecht Dürer angesehen werden. Durch seine detaillierten Tier- und Pflanzenstudien und Landschaftsskizzen machte er das Aquarell als eigenständige Ausdrucksform bekannt. Der Brite J.M.W. Turner ist der erste, der das Aquarell meisterhaft als Malerei des Lichts einsetzt und kann als Vorläufer der Impressionisten angesehen werden. Die französischen Vertreter dieser Technik entdecken die Wasserfarben ab Ende des 18. Jahrhunderts für sich. Interessanterweise neigen sie zu jener Zeit jedoch dazu, Aquarellfarben nur für erste Entwürfe zu verwenden und die eigentlichen Gemälde dann in Öl zu malen, während die Aquarellmalerei in England bereits als eigenständige Ausdrucksform anerkannt wird.
Auch in den USA, wo 1866 die American Watercolor Society gegründet wird, gewinnt die neue Strömung viele Anhänger. Mit John Singer Sargent hat Amerika einen Aquarellisten hervorgebracht, der auch heute noch Vorbild vieler Aquarellisten ist. Es ist die Firma WINSOR & NEWTON, die 1830 die ersten feuchten Aquarellfarben in Näpfe abfüllt. Diese sind äußerst praktisch und tragen ohne Zweifel zur Verbreitung der Aquarellmalerei bei. Zu einer Zeit, in der sich auch die Freiluftmalerei zunehmender Beliebtheit erfreut, gewinnen die Aquarellfarben viele begeisterte Anhänger, da sie auf Reisen bequem zu handhaben sind. Damit einher geht übrigens auch das traditionell kleine Format von Aquarellgemälden. Die Aquarellmalerei ist eine intuitive, spontane und imaginative Technik. So ist es nicht verwunderlich, dass die Vertreter des Impressionismus, des Fauvismus und des Expressionismus sich für dieses Medium begeistern, das ihre freiheitliche, antiklassische Haltung verkörpert wie kein anderes. Für Emil Nolde zum Beispiel tritt das Aquarell in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ganz in den Vordergrund seines künstlerischen Schaffens. Blumen-, Landschafts-, Genre- und sogar Bibelmotive bannt er so in sinnlichen, zarten und transzendenten Farben auf das Papier. Für die moderne, gegenstandslose Kunst scheint das Aquarell die Technik der Wahl zu sein. Viele Künstler unserer Zeit sehen darin ihr bevorzugtes Medium oder bedienen sich dieser Technik zumindest für bestimmte Zwecke, zum Beispiel für die Skizze: Bernhard Schultze, Gotthard Graubner, Douglas Swan, Eun Nim Ro, Michael Buthe, Joseph Beuys, um nur einige Namen zu nennen.
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Die Aquarellfarbe Das Wort Aquarell leitet sich ab vom lateinischen aqua (=Wasser); der Begriff weist auf die Bedeutung des Wassers bei diesen Farben wie auch für den Umgang mit ihnen, also der Maltechnik, hin. Schon bei der Produktion spielt Wasser eine Rolle: das Hauptbindemittel, Gummiarabicum, ist ein Baumharz, das im nordöstlichen Afrika� geerntet' wird. Es sind im Wesentlichen nussgroße Kugeln oder Tropfenformen, die vom Boden aufgesammelt werden. Um dieses Rohgummi verarbeiten zu können, muss es in Wasser gelöst (und gereinigt) werden. Die so entstandene zähflüssige Masse wird anschließend gemäß den farbtonindividuellen Rezepturvorgaben mit dem Pigment und wenigen anderen Hilfsstoffen zunächst zu einem Teig verrührt, der dann auf so genannten Walzenstühlen homogenisiert, innig verrieben oder vermengt wird.
Wie aber kommt die so entstandene Farbmasse in die Näpfchen? Grundsätzlich gibt es 3 Methoden: die Strangpressung, die Stanzung und die Füllung der Näpfchen mit flüssiger Farbe. Für Strangpressung und Stanzung ist verständlicherweise eine recht feste Konsistenz vonnöten (etwa einem Mürbeteig vergleichbar). Im ersten Fall wird die Farbmasse mit Hilfe einer fleischwolfartigen Maschine in lange 4-kantige Stränge gepresst, von denen bonbongroße Stücke abgeschnitten und in die Näpfchen gesteckt werden. Bei der für Künstlerfarben heute nach unserer Kenntnis nicht mehr angewendeten Stanzung wird der Teig auf eine bestimmte Dicke ausgerollt; mit einem Drahtgitter werden dann die Farbsteinchen ausgestanzt. Diese Produktionsweisen führen zu einem relativ geringen Bindemittelanteil. Um dennoch eine gute Anlösbarkeit der Farben sicherzustellen, enthalten diese einen höheren Ochsengalleanteil; Ochsengalle entspannt das Wasser und ermöglicht so eine leichte Farbaufnahme. Die dritte Methode benutzt eine durch erhöhten Bindemittelanteil fließfähige Farbe. Der Füllprozess verlangt mehrere Wiederholungen, da nach jedem Füllgang eine Trocknungsphase folgt, während der überflüssige Wasseranteile verdunsten. Die trockenen und immer anlösbar bleibenden Bindemittelanteile verbleiben im Farbstein, sorgen auch ohne Ochsengalle für überzeugend leichte Anlösbarkeit.
Wasser ist aber vor allem das unverzichtbare Malmittel, um die Eigenschaften und Wirkmöglichkeiten von Aquarellfarben auszuschöpfen. Mit der verwendeten Wassermenge steuere ich die Intensität meines Farbauftrags, mit Zugabe von Wasser kann ich den Aufstrich verlängern, zu einem kontinuierlich schwächer werdenden Verlauf wandeln und mit einem nur feuchten Pinsel kann ich mir überschüssig erscheinende Farbe wieder abnehmen. Wasser ist das entscheidende Gestaltungselement, das dem Bild den typischen Charakter verleiht und in Verbindung mit hochwertiger Aquarellfarbe dünnste und durchsichtige Farbschichten ermöglicht. Auf dieser Tatsache beruht die Wirkung der Aquarelle, die bei Verwendung auch geringer Farbmengen von intensiver Farbigkeit leben. (Wir danken Prof. Wolf Wrisch für die Formulierungshilfen).
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Um die Lasurtechnik zu üben, sollte man mit sehr begrenzten Flächen beginnen und quasi nur Farbkleckse auftragen. Unbedingt mal ausprobieren: alle drei Grundfarben übereinander legen - dabei entstehen Grautöne. Verlauftechnik Dieser Begriff umfasst zweierlei Vorgehensweisen: Bei der Lavierung wird eine Farbe zunehmend mit klarem Wasser verdünnt, so dass der Grundton an Intensität verliert, bis er sich der Farbe des Malgrundes annähert. Die Farbe wird verwässert. Als Farbverlauf hingegen bezeichnet man den Übergang von einer Farbe in die andere. Nass-in-Nass-Technik Der Effekt dieser Technik ist im Prinzip der gleiche wie bei der Verlauftechnik, wird aber auf andere Weise erzielt. Hier wird die nasse Farbe auf eine bereits nasse Fläche gesetzt, entweder das Papier, das zuvor mit klarem Wasser angefeuchtet wurde, oder eine noch nicht getrocknete Farbschicht. Dort schmilzt sie quasi. Die Wirkung ist ganz anders als wenn ein Farbfleck an eine nasse Fläche herangesetzt, aber auf ein noch trockenes Stück Papier aufgebracht wird. Für Anfänger, die noch nicht in der Lage sind, die Wechselwirkungen zwischen Papier, Wasser und Farbe exakt vorherzusehen, ist diese Technik relativ schwierig. |
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Grundausstattung Ein geübter Aquarellmaler kommt im Grunde genommen mit sehr wenig Material aus. Damit eignet sich diese Technik auch optimal für die Freiluftmalerei. Mit vier Farben (Gelb, Blau, Rot, Schwarz) lassen sich bekannterweise alle anderen Töne ermischen, und Puristen halten dies auch für die einzig wahre Arbeitsmethode. Diese vier Farben in einem entsprechenden Kasten mit integrierter Palette, ein Malblock nicht größer als DIN A4, ein zusammensteckbarer Pinsel, ein Kunststoffwasserbehälter für Wasser und ein Paket Papiertaschentücher - und die Ausrüstung des Profi-Freilichtmalers ist komplett. Aber mit so wenigen Materialien und Werkzeugen erfolgreich zu arbeiten, ist für Anfänger sehr kompliziert.
Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Tipps geben, um die optimale Ausrüstung für den leichten Einstieg in die Aquarellmalerei zusammenzustellen: Aquarellfarben werden in Tuben oder in Näpfchen angeboten. Profis, die große Mengen an Farbe vermalen, werden sich eher für Tuben entscheiden. Für die Feldarbeit sind Näpfchen eindeutig praktischer. Sie können auch einen Leerkasten erwerben und sich Ihr Farbsortiment individuell zusammenstellen. Wenn man sich für diese Lösung entscheidet, sollte man jene Farben, die man am häufigsten braucht, in ganzen Näpfen erwerben und jene, die man seltener einsetzt, in halben Näpfen. 12 Farben reichen aus, um sich eine ganze Reihe interessanter Nuancen zu ermischen. Zu einer empfehlenswerten farblichen Grundausstattung gehören Zitronengelb, Kadmiumgelb hell, Kadmiumrot hell, Karmin, Ultramarin, Preußischblau, Phthalogrün, Permanentgrün oliv, Lichter Ocker, Venezianisch Rot, Sepia, Elfenbeinschwarz. Ein-Pigment-Töne sind in punkto Leuchtkraft und Reinheit der Farben und wegen der überragenden Mischeigenschaften unübertroffen. Seit jeher gelten reine Rotmarderhaarpinsel als die beste Wahl für die Aquarellmalerei. Heute gibt es jedoch qualitativ völlig korrekte und wesentlich preiswertere Synthetikpinsel, die hervorragende Formstabilität und überzeugendes Farbaufnahme- und Farbhaltevermögen besitzen und eine hohe Lebensdauer garantieren. Zusätzlich zu diesen klassischen, runden Aquarellpinseln bieten sich zum Lavieren, Verwaschen und großflächigen Malen französische Aquarellpinsel oder flache Pinsel mit zwiebelförmiger Spitze oder oval ausgeformt aus Fehhaar an. Das beste Aquarellpapier wird auch heute noch nach traditioneller Methode auf der Rundsiebmaschine hergestellt, besteht aus 100% Hadern und ist innen- und oberflächengeleimt.
Aber auch bei den preisgünstigeren Papieren, die aus einer Kombination verschiedener Zellstoffe hergestellt werden, findet man ausgezeichnete Qualitäten. Hingegen sollte die Grammatur des Papiers nicht unter 200 g/qm liegen. Hochweißes Papier hebt die Leuchtkraft der Farben mehr hervor als naturweißes. Papier mit grober Torchon-Körnung ermöglicht interessante Reliefeffekte, die aber für Anfänger relativ schwer zu meistern sind. Papier mit sehr feiner Körnung ist ideal für präzises Malen von Details oder großflächiges Lavieren, aber Wasser bleibt auf der Oberfläche stehen, weswegen diese Oberflächen für Nass-in-Nass- Technik völlig ungeeignet sind. Papiere mit mittlerer Körnung (satiniert) sind hierfür besser geeignet und bieten Einsteigern eine gute Kompromisslösung. Wenn Sie sich für einen vierseitig geleimten Block entscheiden, umgehen Sie das Problem der nach der Trocknung gewellten Papieroberfläche. Für erste Skizzen bieten sich kleinere Formate (17 x 24 cm) an. Was fehlt noch zur Grundaustattung des Aquarellmalers? Spezialseife zur Reinigung der kostbaren Pinsel, ein Bleistift HB oder 2B und ein Knetgummi für vorbereitende Skizzen, ein Schwämmchen zum Aufnehmen überschüssiger Farben, aber auch zum Gestalten bestimmter Strukturen und natürlich ein Wasserbehälter. Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen und viel Spaß!
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