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Asiatische Tuschmalerei
Die asiatische Kunst wirkt auf uns zunächst fremdartig wie eine exotische Blüte. Ganz besonders trifft dies für die Malerei zu. Die asiatische Malerei hat ihren Ursprung in China. Sie hat sich von hier aus nach Korea und Japan ausgebreitet. Sie gilt als eine harmonische, ja eine heitere Kunst und findet wohl deshalb auch bei uns immer mehr Anhänger.


Hintergrund und Wesen asiatischer Tuschmalerei
Zwischen der europäischen und der fernöstlichen Malerei bestehen nicht nur äußerliche, also sichtbare Unterschiede, sondern auch kulturelle Eigenarten, die es zu berücksichtigen gilt. Die klassische abendländische Malerei will die Welt und die Gegenstände so realistisch wie möglich darstellen. Dazu benötigt sie einen exakt konstruierten Bildaufbau, sie braucht Licht und Schatten und vor allen Dingen Farbe. Die Tuschmalerei verzichtet auf alle Hilfsmittel. Obwohl auch sie von einer genauen Betrachtung der Welt ausgeht, ist ihr Ziel nicht die wirklichkeitsgetreue Abbildung der realen Welt, sondern die Wiedergabe der Wahrnehmung des Malers, also dem Ausdruck des Künstlers. Sie möchte das Wesentliche in verdichteter Form darstellen, zusammen mit den seelischen Vorgängen des Künstlers. Daher spielt die Andeutung eine Schlüsselrolle in der fernöstlichen Tuschmalerei. Der Weiße Raum im Bild spielt eine übergeordnete Rolle in der Malerei. Die weiße Fläche des Bildes ist auch nicht, wie in der westlichen Malerei, einfach ausgespartes Papier, sondern sie ist wesentlicher Bestandteil des Bildes. Die weißen Flächen werden Leben bekommen und Tiefe bilden, wenn der Künstler selbst mit dem Gegenstand und der Technik verschmilzt und eine Form schafft. Diese Vorstellung hat ihre Wurzeln im Taoismus und wird vom Zen-Buddhismus beeinflusst. Der Weiße Raum im Bild hat seine unmittelbare Entsprechung in der Religion und ist auf den ersten Blick für westliche Künstler fremd, weil sie mit dem Gegenstand im Bild eins werden müssen. Trotzdem liegt gerade in dieser Philosophie ein großes Potenzial verborgen. Die fernöstliche Tuschmalerei erlaubt ein sich gehen lassen, ein eins werden mit der Linie. Ähnlich wie beim Musizieren übt der Künstler auf seinem Instrument, dem Pinsel, der die Farbe wie Töne auf das Papier entlässt.

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