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Startseite > Online-Magazin > Speckstein > Fabio Secco


Fabio Secco: Porträt eines freien Künstlers

Ursprünglich schien Fabio Secco nicht gerade für ein Künstlerdasein prädestiniert zu sein. Er war im Hotelgewerbe tätig und entdeckte sein Talent und seine Begeisterung für die Bildhauerei erst im Alter von 33 Jahren, als er bei der Restaurierung einer Kirche half. Sehr bald wurde der Stein für ihn zur Berufung und schließlich zum Beruf.

Heute arbeitet Fabio in seinem eigenen Atelier, umgeben von seinen Skulpturen. Die Katze Minoli und der Hund Brutus verfolgen aufmerksam jeden Handgriff.

Fabio Secco sieht sich als unabhängiger Künstler, der nicht unter dem Einfluss einer zeitgenössischen oder historischen Strömung steht. Der Inspiration des Augenblicks folgend, bearbeitet er Sandstein, Speckstein, Holz und Metall.

Interview


Beschreiben Sie uns bitte, wie Sie ein neues Projekt angehen.


Jeder Bildhauer hat da seine eigene Methode. Manche verbringen Stunden damit, vorbereitende Skizzen für Ihre Skulpturen anzufertigen und versuchen dann, diese in die dritte Dimension umzusetzen. Ich persönlich gehe direkt zum Angriff über. Manchmal finde ich, was ich möchte, manchmal suche ich vergebens und manchmal wird etwas völlig Anderes daraus.Ich liebe es, in die Tiefen des Steins einzudringen und dann zu sehen, was zum Vorschein kommt. Natürlich ist das ein gewisses Risiko, denn man weiß nicht, was im Inneren des Steins verborgen liegt.


Wie haben Sie den Speckstein für sich entdeckt?


Ich habe Speckstein in Afrika kennen gelernt und habe mir dann so bald wie möglich welchen besorgt. Es war Liebe auf den ersten Blick � die wunderbaren Farben und die faszinierende Maserung ... Da er zudem noch so weich und einfach zu bearbeiten ist, kann man intuitiv arbeiten, die Fantasie spielen lassen und spontan den verborgenen Adern des Steins folgen. So ergibt sich quasi ein Wechselspiel zwischen Künstler und Material. Was mir am Speckstein auch gut gefällt ist, dass es praktisch keinen Abfall gibt. Auch kleine Reststücke können noch bearbeitet werden. Oft sammel ich die Splitter in meinem Atelier auf und amüsiere mich dann abends in der Küche oder im Wohnzimmer noch damit, ein wenig daran herumzuschnitzen. Nichts geht verloren.

Sie bearbeiten auch Sandstein?

Ja, aber die Sandsteinbearbeitung ist wirklich ein ganz anderes Kapitel. Dafür braucht man unbedingt professionelles Werkzeug, schon um die Grobform aus dem Rohling herauszuschälen. Außerdem benötigt man einen Pressluftmeißel für das eigentliche Skulptieren. Die fertige Plastik erzielt eine ganz andere Wirkung, denn Sandstein ist sehr rustikal.

Übrigens würde kein Italiener mir jemals eine Plastik aus Sandstein abkaufen. In ihren Augen, ist das ein Material, das nur für den Hausbau taugt. Speckstein hingegen schätzen sie, weil er, wenn er gut poliert wurde, Marmor ähnelt. Sein Farbreichtum und die Vielzahl von möglichen Oberflächenstrukturen machen ihn zu einem sehr dekorativen Material.


Was wären Ihre wichtigsten Ratschläge für Einsteiger?


Vor allem, sich ohne Komplexe und so unbefangen wie möglich an die Arbeit zu machen. Wenn man mit Speckstein in die Bildhauerei einsteigt, geht man keinerlei Risiko ein. Die Materialkosten sind sehr gering und mit einem Minimum an Werkzeug kann jeder eine dekorative Skulptur gestalten.

Entscheidend ist, mit Freude an die Sache heranzugehen und sich nicht selber den Spaß an der Arbeit zu verderben, indem man danach strebt, genau die Skulptur zu schaffen, die man am Anfang vor Augen gehabt und geplant hat. Man muss intuitiv vorgehen, die Hände sprechen lassen. Für mich ist künstlerisches Gestalten etwas sehr Ursprüngliches, das aus den Tiefen unseres eigenen Ichs kommt, aus dem Bauch heraus. Ich sage oft zum Spaß, dass ich noch in der Steinzeit lebe. Ich glaube, dass man im Zeitalter von Internet und EDV gerade aus diesem Aspekt der Bildhauerei vitale Freude schöpfen kann.


Wenn Sie noch mehr über Fabio Secco wissen wollen, schreiben Sie einfach an Gerstaecker France - Attn. Fabio SECCO - 2 Place du Général de Gaulle - F-67700 Saverne. Unsere französischen Kollegen übermitteln ihm gerne Ihre Fragen.

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