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Startseite > Online-Magazin > Speckstein > Geschichte

Kulturgeschichte des Specksteins

Speckstein-Skulpturen finden sich in fast allen bekannten Kulturen
und das schon seit Urzeiten . . .


In Indien, Nordamerika und Kanada spielt Speckstein schon seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle in der traditionellen Kunst; in China sogar seit Jahrtausenden. Diese Beliebtheit verdankt er vor allem seiner außerordentlichen Weichheit und leichten Bearbeitbarkeit, aber auch seiner schönen natürlichen Farbgebung. Eine vollendete Skulptur, die liebevoll poliert wurde und so ihre wahre Farbe und Maserung preisgibt, erinnert an ein Objekt aus Marmor.



Speckstein gestern . . .


Den frühen Menschen war der Speckstein mit seiner seidig-glatten Oberfläche und dem geheimnisvollen Spiel seiner Adern heilig. - Sie stellten Amulette und Götterbilder daraus her. Seit seiner Entdeckung hat sich dieses Material in Handwerk und Kunst immer größter Beliebtheit erfreut. In Mesopotamien wurden Rollsiegel aus Speckstein hergestellt, im Iran wurden Speckstein-Gefäße aus dem 3. Jahrtausend vor Christus gefunden und in der griechisch-mykenischen Kultur diente er als Rohstoff für die Herstellung von Siegeln und Gefäßen - um nur einige bekannte Beispiele zu nennen.

Der Sterngucker, K. Muhr

In Afrika kann die Bildhauerei in Speckstein auf eine besonders alte Tradition zurückblicken - sie wurde schon im Zimbabwe des 11.-15. Jahrhunderts, aber auch in den alten Königreichen Bullom und Terre (heute Sierra Leone und Guinea), deren Blütezei im 15. und 16. Jahrhundert lag, praktiziert. Das belegen Funde von menschlichen Figuren und Tiergestalten, die aus dieser Epoche zu stammen scheinen. Heute werden die traditionellen Figuren und Gebrauchsgegenstände in Afrika vor allem für die Tourismusindustrie und den Export hergestellt.

Die Schlangenfrau, P. Belt

Auch für die Inuit, die kanadischen Eskimos, die sich erst seit Ende des 19. Jahrhunderts der "Herstellung" von Kleinplastiken aus Speckstein widmen, stellt diese Tätigkeit heute einen echten Wirtschaftsfaktor dar. An der Schnittstelle zwischen Kunsthandwerk und Architektur erlangte der Speckstein, relativ spät, auch in Europa, wo er bis ins 18. Jahhundert hinein unbekannt bllieb, eine gewisse Bedeutung: nämlich zur Blütezeit des "Art Deco" zwischen den beiden Weltkriegen. Diese neue Stilrichtung in Kunst und Kunsthandwerk suchte konsequent nach innovativen Materialien für ihre neuen dekorativen (vor allem geometrischen und linearen) Formen. Neben Palstik, Bakelit und Chrom entdeckte man dabei auch den Speckstein als Werkstoff.


 

. . . und heute

Heutzutage wird Speckstein als Rohmaterial in Kunst und Kunsthandwerk gleichermaßen geschätzt und hat seinen festen Platz in den Ateliers von Profi- und Freizeitkünstlern, Kunst- und Volkshochschulen erobert. Speckstein spielt aber auch eine gewichtige Rolle in Technik, Industrie und Architektur. Da Speckstein sich durch ein extreme Wärmespeicher- und -leitfähigkeit auszeichnet, und zudem noch feuer- und frostbeständig ist, war er von jeher ein beliebtes Material für den Ofenbau. Dafür eignet sich vor allem die harte nordische Variante, die auch zu Fußböden, Arbeits- und Tischplatten verarbeitet wird. Die europäischen Vorkommen sind von minderer Qualität und für die Bildhauerei zu brüchig. Sie werden zu Talkumpuder zermahlen, das u.a. der pharmazeutischen Industrie als Grundstoff dient, oder mit keramischen Beimengungen versehen zu Isoliermaterial verarbeitet.

Speckstein-Arbeit an einer Kunstakademie


Speckstein, ein Kosmoplit


Speckstein findet sich weltweit in riesigen Vorkommen. Er kann je nach Herkunftsland unterschiedliche Fremdanteile besitzen, die seine Härte und Farbe beeinflussen. Nicht alle Qualitäten sind für die Bildhauerei geeignet. Das Material für die plastische Gestaltung kommt aus Indien, China, Thailand, Australien, Ägypten, der ehemaligen Sowjetunion, Brasilien und Kanada.

GERSTAECKER bezieht Speckstein aus Brasilien, Indien, China und Nordafrika. Egal woher eine Specksteincharge kommt, sie wird von kompetentem Personal in doppelter Hinsicht gewissenhaft geprüft: Einerseits mechanisch-technisch, um die optimale Bearbeitbarkeit des Materials zu garantieren, andererseits laboranalytisch, um die Einhaltung der geforderten Standards sicherzustellen. Dank unserer über dreißigjährigen Erfahrung sind wir in der Lage, Ihnen jederzeit Speckstein in Top-Qualität und großer Farbauswahl anzubieten. Dafür steht das GERSTAECKER-Gütesiegel für geprüfte Qualität!

Speckstein - die Chemie stimmt . . .

Speckstein wurde vor 2 Milliarden Jahren unter gewaltigem Druck und extremer Hitze aus magnesiumhaltigen Urgestein geboren. Chemisch besteht er aus Talkum Mg3(OH)2Si4O10, einem hydratisierten Magnesiumsilikat mit Blattstruktur. Die einzelnen Schichten des Steins sind, wie beim Graphit, leicht gegeneinander verschiebbar, woraus sich die leichte Bearbeitbarkeit des Materials erklärt. Auf der Härteskala nach Mohs belegt Speckstein, wie Kreide, die Ziffer 1 (zum Vergleich: Quarz liegt bei 7, Diamant bei 10). Gleichzeitig zeichnet er sich aber auch durch eine große Dichte und ein hohes spezifisches Gewicht aus (3g/cm3), weswegen er sich so leicht glätten und polieren lässt.

Plastische Darstellung, A.L. Löffelbein

Dank dieser Eigenschaften ist er ein ideales Ausgangsmaterial für die Bildhauerei. Die wissenschaftliche Bezeichnung für Speckstein lautet Steatit von griechisch steatos = Fett. Man nennt ihn auch Seifenstein, weil seine Oberfäche sich so anfühlt...

Bär, B. Mattern

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