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Startseite > Online-Magazin > Farben > Ölfarben

Ölmalerei
Königin der Malerei Die Ölmalerei ist mit Sicherheit nicht die älteste Technik des Menschen, sich mit Bildern auszudrücken. Aber mit der ernsthaften Beschäftigung mit den Ölen als Farbengrundlage hat die Malerei jedenfalls eine neue Qualität erhalten. Anfang des 15. Jh., der Zeit van Eycks, eines der ersten Superstars der Malerei, unterschied sich die Ölmalerei noch gewaltig von der heutigen. Insbesondere der Umstand, dass Terpentin oder gar Benzin unbekannt waren und somit keine direkten Verdünnungsmittel zur Verfügung standen, prägte die technischen Anstrengungen. Um Ölfarben zu verdünnen, zu magern, stand praktisch nur Wasser zur Verfügung, das sich mit Ölen nicht direkt mischen lässt. Man wusste aber schon um die emulgierende Wirkung des Eies und malte daher mit Tempera bzw. wendete Mischtechniken an, wenn nach dem Malprinzip fett auf mager, das damals schon galt, Untergründe mit Tempera und darüber liegende Schichten mit Öl gemalt wurden.

Ölfarben
Bei der Betrachtung der Ölmalerei kann man drei Komponenten dem menschlichen Körperbau zuordnen. Der Untergrund (Tafel, Gewebe, Pappe, Papier etc.) wäre in diesem Sinne der Knochenbau eines Gemäldes, die Malfarbe sein Fleisch und der Firnis seine Haut. Keine der Komponenten, die freilich in der Funktion ineinander übergehen, ist zu vernachlässigen. Der Untergrund bestimmt den Charakter des Gemäldes, jedoch kann man die Grundierung schon als erste Farbschicht ansehen. Die aufgetragenen Malfarben bilden selbstverständlich das Zentrum des Werkes, der Farbeindruck wird aber zum Schluss wieder vom Firnis ganz maßgeblich beeinflusst. Hinsichtlich der Maltechnik gibt es eine Kardinalregel, nämlich fett auf mager, die wohl jeder Ölmaler kennt. Untere Bildschichten sind mit ölärmerer Farbe zu malen als obere Schichten; die Nichteinhaltung dieser Regel führt fast immer zu Verwerfungen oder Rissen im Bild.

Die Herstellung von Ölfarben ist relativ einfach, wenn gute Zutaten verwendet werden. Die Herstellung beispielsweise von Acrylfarben ist wesentlich problembehafteter. Sowohl bei der fabrikatorischen Herstellung als auch beim Anreiben durch den Künstler geht es darum, Pigment und Öl bzw. Ölbindemittel in innige Verbindung zu bringen, die Oberfläche eines jeden Pigmentkörnchens soll vollständig von Öl benetzt und durchfeuchtet sein. Hierzu muss man wissen, dass die Pigmentkörnchen (Primärteilchen aufgrund elektrochemischer Umstände auch bei einem Pigment in einwandfreiem Vermahlungszustand aneinander haften und Aggregate und Agglomerate (Sekundärteilchen) bilden. Zur vollständigen Benetzung muss also das Öl in diese winzigen Zwischenräume getrieben werden, was durch mechanische Krafteinwirkung, also die Ausübung von Druck, zu bewerkstelligen ist.

In der Farbenfabrik lässt man zu diesem Zweck eine Vormischung aus Pigment und Öl durch eine Vorrichtung von drei hintereinander stehenden rotierenden Walzen laufen. Beim Durchlauf durch die in sehr kleinem Abstand (Walzenspalt) eingestellten Walzen wird die erforderliche Kraft ausgeübt, um das Öl in die winzigen Pigmentzwischenräume zu treiben. Der selbst anreibende Künstler benutzt eine Anreibescheibe aus satiniertem Glas, Basalt, Schiefer und dazu einen schweren Läufer mit planer Auflagefläche aus dem gleichen Material. Wenn er dann eine vorher grob zusammengespachtelte Mischung aus Öl und Pigment glatt reibt, macht er nichts anderes als das, was in der Farbenfabrik zwischen den Walzen passiert. Wenn er ein Gefühl für das richtige Verhältnis von Öl und Pigment hat, wird er nach wenig Übung das gleiche Ergebnis erzielen. Einfache Ölfarben lassen sich ohne weiteres auch im Porzellanmörser anreiben.

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