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Startseite > Online-Magazin > Pinsel

Der Künstlerpinsel besitzt besondere Eigenschaften und ist das Ergebnis einer sorgfältigen handwerklichen Arbeit, die jedem Pinsel seine Einzigartigkeit verleiht. Die Pinsel sind sehr verschiedenartig und jede Maltechnik entspricht einer besonderen Pinselform. Der Aquarellpinsel ist zum Beispiel kurzstielig, hat einen vollen Haarkörper, der sich zu einer kräftigen und feinen Spitze verjüngt. Acrylpinsel sind langstielig und die Spitze ist flach oder rund. Da die Acrylfarben rasch trocknen, müssen Acrylpinsel hohe Elastizität, eine gute Formhaltung und eine ausgezeichnete Strapazierfähigkeit anbieten. Ölmalpinsel sind ebenfalls langstielig. Die flachen Pinsel werden für den flächigen Auftrag benutzt, und die runden Pinsel sind für die Details und zeichnendes Malen geeignet. Die Katzenzungenfaçon vereint die Eigenschaften und die Vorteile des flachen und runden Pinsels.

Verarbeitung des Pinsels

Die Arbeit des Pinselmachers gliedert sich in 4 Phasen:
1. Portionieren der Haare je nach Pinselkörper
2. Formen des Pinselkörpers
3. Einzwingen in die Metallfassung, die später mit dem Pinselstiel verbindet.
4. Kitten des Pinselkörpers in der Fassung.

Der Fächerpinsel erhält seine besondere Form mit dem letzten Handgriff des Pinselmachers: mit der Zange wird die Zwinge vorne flach gedrückt. Die Haare sind der Eckstein des Pinsels. Das Rotmarderhaar ist das teuerste Pinselhaar. Es stammt vom Schweif eines Marders, der in Stromgebieten der sibirischen Flüsse Amur, Tobol, Ob, Lena und Ussuri lebt. Der Qualitätsbegriff Kolinsky wird für dieses rotgoldene Haar benutzt. Die Pinselhersteller haben jedoch zahlreiche Alternativen: Schweifhaare vom russischen oder polnischen Iltis, SchweifhaarEichhörchen, in der Fachsprache Fehhaar benannt, Haare von den Fesseln japanscher Ponys oder Rindsohrenhaare unter anderem. Andererseits dienen die kräftigen Borsten chinesischer Schweine der Öl- und der Freskomalerei. Kunstfaserkompositionen werden auch benutzt, um einen Beitrag zum Schutze der Naturressourcen zu leisten, sodass Pinsel aus Naturhaaren noch zu wählen sind. Bearbeitung der Naturhaare: Beispiel des Marderschweifs: Zunächst wird der Marderschweif von seiner starken Befettung befreit, und dies im Rahmen eines Reinigungsprozesses. Die goldglänzenden Haare werden von der Rippe geschnitten, eingeweicht und danach bei hoher Temperatur getrocknet.

Das getrocknete Haar braucht eine Ruhepause, bevor es nebeneinander und übereinander ausgelegt wird. Die naturgegebenen Varianten an Länge und Farbe von Schweifen werden folglich gemischt. Danach wird eine Mischmaschine zur gleichmäßigen Zusammensetzung benutzt. Das Haar muss diesmal mehrere Tage ruhen, bis die beim Mischen enstandene elektrostatische Aufladung wieder abgebaut wird. Die Zupfmaschine besorgt das Sortieren der Haare nach ihrer Länge. Dieses Sortieren ist entscheidend, da nicht jede Haarlänge für jede Pinselgröße geeignet ist. Zum Schluss wird das Haar von der Stoßerin so vorbereitet, dass es für den Pinselmacher verarbeitungsfertig ist: Das Haar wird kopfüber mit seiner Spitze nach unten in einer Messingbüchse so lange gestoßen, bis alle Spitzen den Boden erreicht haben; dann wird es mit einem Faden umwickelt.

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